Reisebericht eines Wienfahrers2009 - 10. Dezember 2010


Ratisbona City Tours … Busreisen und mehr

Advent in Wien - Mit dem RCT-Team unterwegs.

„Wien, Wien nur Du allein …..“

Ja, was ham‘ er denn heut‘ für ein Team?

Das Schicksal hat es dieses Mal nicht gut gemeint mit den zwei Unzertrennlichen. Statt mit fleischfarbener Badekappe ist Bernd mit zwei Krücken unterwegs, Thomas muss auf ihn verzichten. Das schmerzt, denn kaum hat er sein Tagesprogramm verkündet, geht es Schlag auf Schlag. Der Kuchen kommt, der Kaffee folgt und kurz darauf dampfen schon die scharfen Wienerle und süßen Weißwürste auf dem Tisch. Es scheint als ob heute jemand leise und unauffällig, aber zielorientiert im Hintergrund die Regie führt….

Ach - heute ist ja die Birgit mit an Bord.

 
„Ob blond, ob braun …….“ 

Ja und da ist der Bernd auch schon vergessen. In den Pausen ist der Kontaktpfleger Thomas fleißig im Bus unterwegs. Eifrig rennt er hin und her, rauf und runter. Meistens aber endet seine Tour im Fonds des Unterflurs. Dort kann er mit der Dagmar flaxen, kichern und lachen. Die aparte Kathy in Wien allerdings hat weniger Zeit für ihn, sie muss uns die Sehenswürdigkeiten der Donaumetropole nahe bringen. Dafür aber ist im „Donauhof“ von Emmersdorf die temperamentvolle Evelyn nach dem Mittagsmenü zur Stelle, und Thomas spielt wieder den perfekten Charmeur, als wäre er mit Robert Scholz direkt verwandt.

P.S.: Wer hat jemals einen Reisebegleiter erlebt, der seiner Frau über das Busmikrofon soo herzlich seine Liebe schwört? Mama mia  ….

 

 „ … da hat mei Vatter g’holt aus Brinn, a echte Wienerin…“.

Von Beginn an können wir wieder die unnachahmliche Netzwerkorganisation des RCT-Teams bewundern. Mit „Anschub“ geht es nach Deggendorf, dort übernimmt der Helmut das Steuer. Ein orts- und geschichtskundiger wie ebenso versierter Fahrer der Firma Aschenbrenner. Ein (Busyness-) Hotel in ruhiger Lage mit Zimmer der Extraklasse zum Schnäppchenpreis! Wir werden vom Klager Gerhard in seinem Stammersdorfer Heurigenlokal wie Freunde empfangen und die resolute Evelyn vom „Donauhof“ schafft es, uns innerhalb kürzester Zeit mit kulinarischen Genüssen zu verwöhnen, um anschließend bei Sekt charmant mit uns zu feiern. Da fühlt der Gast sich zu Hause. Die Stadtführerin Kathy – ein echtes Wiener Kindl mit böhmischen Eltern. Wem fällt da nicht der Peter Alexander ein.

„I wühi‘ wieder hoam …“

Nein, diese Sehnsucht haben wir noch nicht. Pünktlich um Zwölf stehen wir am Albertina-Platz und haben zwei Stunden Freigang. Die Augustiner Straße hinunter, an der Spanischen Hofreitschule und der Konditorei Demel vorbei. Über den Kohlmarkt weiter, biegen wir in den Graben ein. Nicht nur der herrliche Adventschmuck, die Lichterglocken und Sterne in den Flaniermeilen, auch interessante „Großstadtpflanzen“ sind zu beobachten. Schicke, gewichtige Damen in rosa Pelzmänteln schweben vorbei, modelähnliche „aufgepeppte“ Gestalten auf stelzenartigen Scarpe fallen von einem Bein auf das andere. Wir schlendern hinunter zum Steffel, dann die Kärntner Straße hinauf. Feine Herrschaften mit wallenden Haaren, breitkrempigen Hüten und wuchtigen Ledermänteln bahnen sich den Weg durch die bürgerliche Masse. …. Um zwei Uhr beginnen Stadtrundfahrt und Stadtführung mit Kathy! Wir bewundern die wuchtigen Baukörper der Natur- und Kunsthistorischen Museen, den Heldenplatz, das Rathaus, das Johann Strauß-Denkmal im Stadtpark … zu Fuß geht’s weiter, abseits der großen Touristenströme über die Kärntner Straße hinweg an sehenswerten und historischen Gebäuden, an Mozarts einstigen Wohnungen vorbei. Die Blutgasse erinnert an ein Gemetzel an den „Templern“. Die bedeutendste Glocke des Stephansdoms, die „Pummerin“ können wir leider nicht hören, sie erklingt ja nur an hohen Festtagen….  Noch wollen wir nicht nach Hause, schon gar nicht nach Fürstenfeld zu S.T.S. 

 

„Lasst uns froh und munter sein… „

Über die Hofburg und den Heldenplatz geht es zum Weihnachtsmarkt am Rathaus. Was für eine herrliche Festbeleuchtung. Laternen funkeln in den Bäumen, Lichtertropfen „fallen“ von den Ästen. Ein Punsch hier, Christbaumkugeln dort, Schnitzereien hüben und Wiener Waffeln drüben..  Wem es noch nicht reicht, der schlendert durch das Weihnachtsdorf zwischen den Museen – endlich, dort ein Glühwein … Diese Menschenmengen und welch ein Stimmen- und Sprachengewirr, Tschechisch, Slowakisch, Ungarisch, Slowenisch… Da freut sich die slawische Seele und ich träume, ich befinde mich in der Hauptstadt der K.u.K. Monarchie. Ach ja, Italienisch, die andere Sprache des Habsburger Reiches, das vielen ja vertrauter klingt als das Slawische, endlich schmeichelt es unseren Ohren am Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt im Schlossgarten von Schönbrunn. Hier kannst Du Dich gemütlich stärken, Deinen Christbaumschmuck und Dein Weihnachtsdekor ergänzen. Und ein kleinwenig kehrt Zufriedenheit ein, die auf der Heimfahrt in der Wallfahrtskirche „Maria Taferl“ in einen Moment der Besinnung mündet.

Nicht der dritte Mann – nein, der dritte im Bunde

Er wäre nicht der Bernd, hätte er uns nicht bei Nacht und Nebel am alten Eisstadion bei der Rückkehr in Regensburg begrüßt. Vielen Dank an’s Team! Und Fröhliche Weihnacht.  (P. Cz.)